Wochenendplanung, schnell die Veranstaltungsflyer durchlesen: Der BUND Köln bietet eine Exkursion in die Mutzbachaue an.
Buschwindröschen und Lärchensporn © BUND RBK Der Rundgang fand
am Sonntag (08.04.2018) unter fachkundiger Leitung von Katja Kleinert in dem Bereich stromab der Diepeschrather Mühle statt. In diesem Abschnitt mäandriert der Bach naturnah. Dort befindet
sich ein nassgründiger, erlendominierter Auwald mit graduellen,
buchenbestandenen Übergängen zu der edaphisch eher trockenen
Heideterrasse mit den charakteristischen Eichen und Kiefern. Zusammen mit der Feuchtigkeit ändert sich eine zweite Variable: der Boden. Die Heideterrasse ist durch den sandigen, nährstoffärmeren und eher saueren Boden geprägt. In der Aue befinden sich dagegen nährstoffreiche lehmige Ablagerungen mit höherem pH-Wert, denn der Mutzbach durchfliesst oberhalb die Bergisch Gladbacher Kalkmulde.
"Hier steht ...." - Botanische Exkursion des BUND Köln © BUND RBK Während des zweistündigen Spaziergangs wurde das zu erwartende Bild von zartlilafarbenen Fleckchen aus Gefingertem
Lärchensporn (Corydalis solida )
in Teppichen aus weißen Buschwindröschen (Anemone nemorosa )
schnell um
zahlreiche Arten ergänzt. So befindet sich entlang der Mutzbachaue
eines der wenigen Vorkommen des gelben Buschwindröschens (Anemone
ranunculoides ), das
teilweise mit dem ebenfalls gelb blühenden Scharbockskraut (Ficaria
verna ) vergesellschaftet ist. Wo der Boden etwas feuchter
und nährstoffreicher ist, kann man Lungenkraut (Pulmonaria
officinalis ) finden. Die Blüten dieser mit Vergißmeinnicht verwandten Pflanze wechseln mit
zunehmendem Alter von rosafarben nach blau.
In einem kleineren Abschnitt mischen sich hellgelbe Himmelsschlüsselblumen
(Primula veris ) hinzu.
Himmelsschlüsselblume (Primula veris) © BUND RBK Nur wenige Schritte weiter blitzt am Wegesrand das Gelb eines Gelbsterns (Gagea
spec .) auf. Und immer wieder dazwischen stehen kleine lila Tupfen: Wald-Veilchen
(Viola reichenbachiana ). An anderen Stellen bereiten sich
Aronstab (Arum maculatum ) und Goldnessel (Lamium
galeobdolon ) auf die Blüte vor... Der auf den saueren Böden
sonst nicht seltene weiß blühende Sauerklee
(Oxalis acetosella ) hingegen beschränkte sich auf einen
huminstoffreichen Sonderstandort auf einer Baumstubbe.
Kurz: Es war ein lehrreicher
Spaziergang, bei dem die üppige, facettenreiche Krautschicht im verdienten
Mittelpunkt stand und die überregionale Bedeutung intakter Auen und ihre Vernetzungsfunktionen erlebbar wurden.