Folgen der Starkregenereignisse sind überwiegend hausgemacht
Landesregierung und viele Kommunen verweigern sich laut BUND der Renaturierung unserer Gewässer und einer nachhaltigen Reduzierung des Flächenverbrauchs...Königsforst ist ein Negativ-Beispiel...
Auch wenn die aktuelle Wetterlage sicherlich sehr außergewöhnlich ist, zeichnet sich durch den fortschreitenden Klimawandel bereits eine zunehmende Intensität solcher Extremereignisse ab. Insofern, so Sticht, müsse die Regierung Laschet viel mehr Engagement beim Klimaschutz zeigen und auch das Klimaanpassungsgesetz dürfe kein „zahnloser Tiger“ bleiben. Ferner habe die Regierung Laschet aktiv dazu beigetragen, den Flächenverbrauch anzuheizen. „CDU und FDP haben die Flächensparziele aus dem Landesentwicklungsplan gestrichen und die Errichtung von Siedlungen, Gewerbe- und Industrieflächen im Freiraum erleichtert.“, so Sticht. „Solche Flächen fallen dann als Wasserspeicher aus.“ Unter anderem deshalb hat der BUND gegen die Änderung des Landesentwicklungsplans eine Normenkontrollbeschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster eingereicht.
Zu einem schnellen Wasserabfluss trägt nach Ansicht des BUND auch die vollkommen verfehlte Forstpolitik bei. So sind viele ehemalige Wälder bereits im 19. Jahrhundert in Forste umgewandelt worden, indem man die Landschaft großflächig entwässert habe. Dieses Wasser rauscht, seiner natürlichen Wasserspeicher beraubt, bei Starkregenereignissen aus der freien Landschaft in die Dörfer und Siedlungen.
Die eigentliche Aufgabe ist es nicht erst heute und hier wie dort, die entwässerten Moorstandorte wieder zu vernässen. So könnten einerseits nachhaltiger Hochwasserschutz betrieben werden, dem Schwund der biologischen Vielfalt entgegen gewirkt und gleichzeitig CO2-Senken - die in den letzten 200 Jahren CO2-Emittenten waren - wiederhergestellt werden.